Gedichte

Ein Regenwurm

 

 

Ein Regenwurm steht im Regenwald

und denkt sich keck: ich werd nicht alt,

wenn ich hier stehen bleibe,

am besten wär’s, ich treibe

mich in den Blättern rum,

die sind genauso krumm

wie ich, so will mir scheinen.

 

Da muss die Mutter weinen.

 

Das Würmchen klimmt am nächsten Baum

empor, doch ist es oben kaum,

als es ein Tukan packt!

Der Wurm denkt sich: „vertrackt!

Soll so mein Leben enden?!“

Wehrt sich mit beiden Händen

- die er doch gar nicht hat! –

Da wird der Vogel matt,

verwirrt von soviel Gegenwehr,

öffnet den Schnabel und klagt sehr

über die Ungerechtigkeit,

die heutzutage weit und breit

den Tukanen geschieht.

Der Wurm jedoch entflieht,

von Blättern überdacht.

 

Worauf die Mutter lacht.

 

Ein Wurm muss unterirdisch leben!

Der Regenwurm bräuchte ein Beben

dass ihn der Grund verschlänge!

Doch wär’s ihm dort zu enge

und auch zu dunkel, denn die Sonne

und Luft sind seine ganze Wonne!

Er ist ein sturer Wurm!

Ins Blätterdach fährt Sturm

der weht das Würmchen auf die Gipfel

der Berge. Dort hängt er, am Zipfel

des Cotopax, 5000 Meter

und denkt verdrossen sich: nun steht er

sicher doch wohl am Dach der Welt

und findet letztlich, das gefällt

ihm doch nicht, und er gräbt sich ein

im Dauerfrost – wie kann das sein?

 

Ein Regenwurm kommt raus, wenn’s regnet

doch dieser ist mir Tags begegnet

in einer warmen Sommernacht.

 

Und hat mich herzlich angelacht.

 

 

DER WIND

Ein Wesen, dem der Schädel pocht

ist selten froh dabei.

Nicht jede Kerze brennt am Docht,

man hört so allerlei.

Man hört und sieht und fühlt wohl was

und denkt sich nichts dabei.

Man weiß, der Tod macht jeden blass

und wähnt sich dennoch frei.

 

Das Denken webt ein Labyrinth

Und wünscht sich was herbei.

Die Sonne, Geld, vielleicht ein Kind

und übrig bleibt ein Schrei.

Und übrig bleibt ein Häufchen Dreck,

dann kommt der Wind, und weht es weg.

Ein Kind

Ein Kind, zu klein um zu verstehn,

dass manche Dinge echt nicht gehn,

stand Nachts aus seinem Bettchen auf,

stieg auf den höchsten Turm hinauf,

und holte,

dass es im Spielgewimmel

von allen die schönste Murmel hätte,

mit einer Geste den Mond vom Himmel,

steckte ihn ein und ging wieder zu Bette.

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